Nach unserem Roadtrip durch Australien, mit einem gemieteten Campervan, beschlossen wir in den USA ein eigenes Fahrzeug zu kaufen. Wir durchforschten das Internet, aber nirgends konnten wir brauchbare Informationen zum Autokauf in den USA finden. Deshalb schreibe ich nun diesen Blogpost.

Die Geschichte über den Autokauf in den USA, ist das schlimmste was uns auf unserer 13 monatigen Weltreise passiert ist. Es hat uns viel Geld und noch mehr nerven gekostet. Ein Auto kaufen in den USA ist nicht ganz einfach, aber wenn man einige Regeln beachtet, gehts. Man sollte sich einfach bewusst sein das die Amerikaner ihren Autos nicht so viel Sorge tragen wie wir in der Schweiz oder in Deutschland. Die meisten Leute leasen einen Neuwagen und weil Sie kein Geld für den Unterhalt haben, machen sie keinen Service und somit sind die meisten Occasion-Wagen zum Zeitpunkt des Verkaufs ziemlich runtergewirtschaftet. Dazu kommt, dass alle Automechaniker welche wir kennengelernt haben (ja das waren so einige), wenig Ahnung von ihrem Job hatten und die Qualität der Arbeit keinesfalls vergleichbar mit der in „Westeuropa“ ist.

Wer keine Ahnung von Autos hat (wie wir), dem empfehle ich die Finger von gebrauchten Amerikanischen Autos zu lassen. Vielleicht lohnt es sich einen günstigen Neuwagen zu kaufen, oder mit dem Händler einen Rückkaufvertrag zu machen.

Ich bin der Meinung ein Autokauf in den USA lohnt sich erst ab 3 Monaten, denn zum Kaufen und Verkaufen des Autos solltest du sicher Zwei Wochen rechnen. Falls du ein Auto mieten willst und flexibel bist, kannst du mit einer Relocation viel Geld sparen. Allenfalls lohnt es sich ein gemietetes Fahrzeug zwischen durch zu wechseln und somit die Einweggebühr zu vermeiden. Denn je nach dem, von wo nach wo du das Fahrzeug mieten willst, fallen ziemlich hohe Einweggebühren an. Wir buchen unsere Mietautos immer bei Billiger Mietwagen, dort hast du einen super Preisvergleich und eine Top Beratung.
Mietwagen vergleichen auf Deutschlands größtem Mietwagen-Preisvergleich

Du bist immer noch der Meinung, ein Autokauf in den USA ist genau das richtige für dich? Ok, wie du willst, ich zeig dir gerne wies geht!

Autokauf USA

Wichtiges vor dem Kauf

Such dir im Internet ein Auto welches dir gefällt, ich empfehle dir die Finger von amerikanischen Automarken zu lassen. Überlege dir gut was der richtige Typ für dich ist und wo du dein Auto wieder Verkaufen willst, denn in Grossstädten z.B. bringst du einen SUV oder 4×4 nur schwer los.
Die Seite Cargurus ist eine Plattform wo Fahrzeuge von Händlern und Privatpersonen zum Verkauf angeboten werden.
Am besten du kaufst ein günstiges Auto, denn die meisten Amerikaner haben kein Geld ein „teures“ Auto (>3000$), Cash zu kaufen und wollen alles mit Raten bezahlen.

Klar ist, ein Auto sollte man probefahren.

Ganz wichtig ist auch, in Amerika kann man jedes Auto mit Hilfe von Carfax überprüfen. Auf dem Portal erfährst du quasi die ganze Geschichte des Fahrzeuges. Ob das Fahrzeug als gestohlen gemeldet wurde, ob es sich um einen Unfallwagen handelt und ob etwas repariert wurde. Die Homepage Carfax ist sehr hilfreich, auch weil Amerikanische Fahrzeuge kein Serviceheft haben.

Unter Umständen, kann es sich auch lohnen, vor dem Kauf mit dem Fahrzeug bei einer anderen Werkstatt vorbei zu fahren und von einem „Spezialisten“ drüber schauen zu lassen. Kostet in der Regel +/- 100$.

Der Kauf & die Registrierung

Ein Auto ist in der Regel schnell gekauft. Wichtig ist, dass der Besitzer des Autos im Besitz des „Title“, auch „Pink Slip“ genannt, ist. Nur so kann man sicher sein das er auch der rechtmässige Besitzer des Fahrzeuges ist. Bei einer Garage sollte man auch immer nachfragen, ob der Title vor Ort oder noch beim Besitzer ist, denn unter Umständen muss man bis zu einem Monat warten, bis man den Title in den Händen hat und das Fahrzeug registrieren kann, was das ganze etwas mühsam und komplizierter macht.

Ein wichtiger Kostenpunkt ist, ob das Fahrzeug eingelöst ist. Falls nicht musst du den Wagen beim DMV (Strassenverkehrsamt) einlösen und das ist wieder mit Mehrkosten verbunden (sieht man am Vignettenkleber auf der License Plate).

Smog ist der Abgastest, dieser muss bei jedem Besitzerwechsel durchgeführt werden. Kostet +/- 30$.

Banküberweisungen sind in den USA wenig Populär und bei Occasionen werden meist Schecks erwartet, dafür musst du mit deinem Bargeld auf eine Post oder Bank gehen und Bares gegen Schecks tauschen.

Dem Verkäufer ist es egal, ob man das Auto als Ausländer registrieren kann, oder nicht. Das hindert ihn nicht daran, dass Auto zu verkaufen. Wenn du dein Auto bei einem Händler kaufst, registriert und löst er es dir in der Regel gegen einen kleinen Aufpreis ein.
Falls nicht, arbeiten die Verkäufer oft mit einer privaten DMV Vermittlung zusammen. Das DMV (Department of Motor Vehicles) ist zuständig für die Registrierung von Fahrzeugen. Am besten du gehst zur offiziellen DMV Stelle der Stadt in der du dein Auto kaufst, somit ersparst du dir die Provision des DMV-Vermittlers.

Die Registrierung läuft von Staat zu Staat anders ab, in Kalifornien zum Beispiel, kaufst du ein Fahrzeug mit License Plate und musst den Inhaber des Fahrzeugs und der License Plate, auf dem DMV umschreiben lassen. Beim Umschreiben, bezahlst du auch die TAX (Mehrwertsteuer) welche auf alle gekauften Fahrzeuge anfällt. Je nach dem, welchen Wohnort du angibst (wir haben die Hoteladresse in LA angegeben, was kein Problem war). Die TAX beläuft sich auf +/- 10%, in einigen Staaten wie z.B. Oregon fallen keine Mehrwertsteuern an. Diese Tax musst du beim Kauf eines Autos mit einkalkulieren.

In den USA, kann ein Auto bis zu einem Monat ohne Registrierung und Licens Plate gefahren werden. Diese Frist sollte jedoch nicht überzogen werden, weil man sonst mit einer Busse rechnen muss.

Autokauf USA 2

Die Versicherung

Überall in den Städten verteilt, findet man Versicherungsvertreter, welche dir gerne eine Versicherung verkaufen. Oft sind sie im gleichen Gebäude zu finden wie die privaten DMV-Vertreter.

Eine Haftpflicht Versicherung ist Pflicht in Amerika und ohne darf ein Auto nicht gefahren werden. Die Versicherung ist eigentlich das kleinste Problem. Am einfachsten ist es, wenn du Verwandte in den USA hast und die Versicherung auf diese Adresse laufen lassen kannst. Wir hatten nur eine Hoteladresse, was aber auch problemlos funktionierte.

Die Deckungssummen der Haftpflichtversicherungen in den USA sind ziemlich tief. z.B.

  • $15’000$ Schaden an einer Person
  • $30’000$ Schaden an mehreren Personen
  • $5’000$ Sachschaden

Wir wählten die höchste Deckungssumme von 100’000$ Personenschaden und 50’000$ Sachschaden, was uns im Monat 100$ kostete.

Wichtig: Planst du eine Reise nach Kanada oder Alaska musst du bei deinem Vertreter abklären ob das in deinem Paket dabei ist, ansonsten bekommst du Probleme am Zoll. Oft wird mit sehr günstigen Preisen geworben! Aufgepasst, bei diesen Preisen handelt es sich oft um Versicherungen welche nur in einzelnen Staaten gültig sind.

Sag deinem Versicherungsvertreter, du willst deine Rechnungen online erhalten, dann hast du auch kein Problem mit der Post.

Der Verkauf

Um dein Auto am Ende deines Trips wieder zu verkaufen, brauchst du etwas Zeit. Am besten du stellst es schon frühzeitig auf Cargurus zum Verkauf ein und bringst ein „For Sale“ Schild an. In allen Städten hats Auto Ankaufstellen, welche dir aber so gut wie nichts bezahlen werden. Du kannst auch verschiedene Autohändler abklappern und einer wird dir dein Auto bestimmt abkaufen. Meist bekommst du bei Privaten Käufern mehr.

Planst du einen Roundtrip, dann kannst du mit deinem Autohändler evt. einen Rückkaufvertrag machen, somit hast du weniger Risiko auf dem Auto sitzen zu bleiben und sparst Zeit.

Informiere dich, wo du dein Auto am besten wieder verkaufen kannst, z.B. sind auf Ländlicheren Gegenden eher SUV (4×4) beliebt und in der Stadt eher Kleinwagen.

Wichtig: Beim Verkauf gehst du am besten zusammen mit dem Käufer auf eine Bank oder Post und lässt die Schecks gegen Bargeld tauschen, so bist du sicher das die Schecks gedeckt sind!

Das Wichtigste in Kürze

DMV ist das Strassenverkehrsamt, um den Besitz deines Autos umschreiben zu lassen & fürs einlösen deines Autos.

Title oder Pink Slip ist das Fahrzeugpapier welches beim Kauf übergeben werden muss.

Smog ist der Abgastest.

Haftpflichtversicherung abmachen, dass sie online zahlbar ist.

Carfax abchecken um die „Geschichte“ eines Autos zu prüfen.

Cargurus ist eine online Plattform um Autos zu kaufen & verkaufen.

Hast du auch schon ein Auto gekauft in den USA oder hast du es vor? Wir freuen uns über deinen Kommentar. Bei Fragen zum Autokauf in den USA darfst du uns auch gerne persönlich kontaktieren!

Übrigens: Bei Bettina von Zuhause auf Reisen findest du auch noch ein paar nützliche Tipps zum Autokauf.

Follow us

Tobias Sieber

Autor bei Globetourists
Hallo ich bin Tobi, ein Hobbyfotograf, Weltenbummler, 1000-Sassa, Feinschmecker, Sonnen-freund, Seebueb, einer der das Leben liebt.
Follow us

Letzte Artikel von Tobias Sieber (Alle anzeigen)

One thought on “Autokauf in den USA

  1. Hui, das tönt ganz schön stressig! Aber immerhin könnt ihr nun ganz frei und unabhängig reisen, gerade in den USA und Kanada ist dies Gold wert. Vielleicht findet ihr ja den einen oder anderen Tipp auf unsere Seite – sind auch mit dem Auto unterwegs, allerdings mit dem eigenen;))
    Viel Spass
    S&A

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.